14. Januar 2019

Bio-Upcycling: Das Beste für die Reste

Hättet ihr gewusst, was man alles Tolles aus organischen Abfällen machen kann? Vier überzeugende Beispiele.

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Wir haben immer gewusst, dass Biomüll einfach super ist. Zu Hause ganz bequem und sauber in der wachsbeschichteten Papier-Biotüte der Stadtreinigung Hamburg gesammelt, kommt er dann ins Biogas- und Kompostwerk Bützberg. Das dort aus unseren Abfällen gewonnene Biogas wird ins Gasnetz eingespeist und der hochwertige Kompost erfreut Gartenfreunde und Landwirte gleichermaßen.

 

 

Aber Biomüll bringt offenbar auch das Tüftlerherz zum Schlagen, denn weltweit überlegen Menschen, wie sich organische Abfälle nutzen lassen, um neue Produkte herzustellen. Bio-Upcycling also. Wir haben einmal vier interessante Beispiele herausgesucht.

 

1. DIY-Dünger: Da ist der Wurm drin

Wurmhumus ist als bio-organischer Powerdünger beliebt. Auch Balkongärtner ohne eigenen Komposthaufen können den selbst herstellen, dank der ‚Hamburger Wurmbank’, die der Verein Nutzmüll e. V. entwickelt hat und im eigenen Shop vertreibt. Konkret handelt es sich um eine Kiste mit zwei Kammern, in der eine Wurmkultur gezüchtet wird. Die hat organische Küchenabfälle zum fressen gern und produziert dann den Humus, in dem auch Balkonpflanzen perfekt gedeihen. Alle weiteren Infos findet ihr hier. Bestellt werden kann wieder ab Februar.

 

2. Kaffee: Die Hüllen nicht gleich fallenlassen 

Alle Welt trinkt Kaffee. Entsprechend viele Kaffeefrüchte werden geerntet. Allerdings sind nur die Bohnen zur Kaffeeherstellung notwendig. Die Fruchtschalen, die die Bohne umhüllen, landen bereits im Herkunftsland im Müll. „So eine Verschwendung“, dachten sich einige Hamburger Querdenker und fanden einen erfrischenden Weg, die Schale zu nutzen: Als Hauptzutat eines veganen, koffeinhaltigen Getränks, dass ihr in jedem gut sortierten Kiosk kaufen und kosten könnt.

 

3. Brot zu Bier, das lob’ ich mir

Weiter zum nächsten deutschen Lieblingsgetränk (für Erwachsene), dem Bier. Ein Schweizer Start-up braut es nämlich nicht nur aus Malz, Hopfen und Wasser, sondern verwendet Brotreste aus Bäckereien und Supermärkten, die sonst in den Restmüll kämen. Damit entspricht es zwar nicht dem deutschen Reinheitsgebot, gewinnt aber den Preis für besonders geschmackvollen Ressourcenschutz. Prost!

 

4. Wie aus der Orange gepellt

Ah, Italien: Bekannt für seine Mode wie für seine sonnenverwöhnte Landschaft. Auf der gedeihen Orangen hervorragend. Ein sizilianisches Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um aus deren Schale Zellulose für ein seidenähnliches Garn zu gewinnen. Dieses kommt bereits bei der Herstellung italienischer Spitzen-Couture zum Einsatz. Falls ihr euch mal in Schale schmeißen wollt, könnt ihr das jetzt im wahrsten Sinne des Wortes tun.

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