03. August 2018

Cradle-to-Cradle: „Abfall ist Nahrung“

Der C2C-Ansatz will die Art, wie wir Produktion und Konsum denken, entscheidend ändern. Wir erklären, wie genau.

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Die besten Ideen klingen auf den ersten Blick ganz simpel, sind aber gerade deswegen so wirkungsvoll. So ist es auch bei Cradle-to-Cradle (zu Deutsch: „Von der Wiege zur Wiege“). Für den Designansatz, der in den 1990er-Jahren in Hamburg entwickelt wurde, gibt es den linearen Ablauf ‚Produktion-Konsum-Entsorgung’ (genannt ‚Cradle-to-Grave’, zu Deutsch: „Von der Wiege zum Grabe“) nicht mehr. Stattdessen wird in kontinuierlichen Kreisläufen gedacht. Das heißt: Nach dem Konsum wird das Produkt nicht zu Müll, sondern erneut zum Rohstoff für die Fertigung. „Abfall ist Nahrung“ lautet daher das erste Cradle-to-Cradle-Prinzip.

 

Design und Produktion neu denken

Das wirkt sich vor allem positiv auf das Recycling aus. Das scheitert heute nämlich oft am Produktdesign, wie wir kürzlich berichteten. Viele Verpackungen sind so gestaltet oder hergestellt, dass selbst modernste Recyclinganlagen sie hinterher nicht mehr in einzelne Bestandteile zerlegen können. Wiederverwertung ausgeschlossen.

Genau bei diesem Problem setzt Cradle-to-Cradle an: Alles soll von vornherein so designt sein, dass es sich hinterher wieder auf die Grundbestandteile reduzieren und zur Herstellung neuer Güter nutzen lässt. Teurer oder hässlicher werden Produkte dadurch nicht. Gute C2C-Designs sind ökologisch, kosteneffizient und sehen gut aus.

 

Schlafen, beleuchten, putzen – drei Beispiele

Aber jetzt mal genug vom abstrakten Gerede! Schauen wir uns doch drei konkrete C2C-Beispiele an:

  1. Designer aus der Hauptstadt haben ein Bett entworfen, das zu 100 Prozent recycelbar ist.
  2. Eine Stehleuchte mit biodynamischer Beleuchtung kann nach dem Gebrauch zurückgegeben werden. Alle verbauten Materialien können laut Hersteller für die Produktion weiterer Leuchten genutzt werden.
  3. Ein bekannter Hersteller hat ein Putzprodukt entwickelt, das als erstes seiner Art das Cradle-to-Cradle-Zertifikat erhielt.

Bisher muss man nach solchen Produkten aktiv suchen. Die Entwicklung steht noch am Anfang. Dennoch gibt es immer mehr Designer, die die Bedeutung nachhaltiger Stoffkreisläufe für unsere Umwelt erkannt haben und eigene Visionen entwickeln. Wer sich ein wenig damit beschäftigt, der stellt fest: Das Thema ist unglaublich spannend und vielseitig. Mehr zu Cradle-to-Cradle erfahrt ihr hier.

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Blog Zero Waste Redaktion